Übungen
Alles hier kannst du sofort ausprobieren, allein, ohne mich und ohne Vorbereitung. Es sind die Werkzeuge, die ich selbst benutze und an den Abenden weitergebe.
Meditation: einfach anfangen
Setz dich hin, so dass du bequem, aber wach bist. Augen zu. Die Aufmerksamkeit geht zum Atem – nicht steuern, nur bemerken: Er kommt, er geht. Gedanken werden auftauchen, das ist völlig normal und kein Zeichen dafür, dass du es falsch machst. Wenn du merkst, dass du abgeschweift bist, kehr einfach zum Atem zurück.
Genau dieses Zurückkehren ist die Übung – nicht die Stille. Fünf Minuten am Morgen reichen für den Anfang völlig. Eine perfekte halbe Stunde, die du nie machst, bringt dir nichts.
Erdung: raus aus dem Kopf
Wenn der Kopf rotiert, hilft es nicht, noch mehr zu denken. Stell beide Füße flach auf den Boden und spür sie – wirklich spüren, nicht daran denken. Wo berührt der Fuß den Boden? Ist er warm oder kühl? Dann der Sitzknochen auf dem Stuhl, dann die Hände.
Zwei Minuten davon holen dich zuverlässiger aus dem Gedankenkarussell als jeder Vorsatz, jetzt nicht mehr zu grübeln. Der Körper ist immer im Jetzt – der Kopf selten.
Die 3-Atemzüge-Pause
Für zwischendurch, mitten im Tag. Halt kurz inne. Schließ die Augen, wenn es geht. Drei bewusste, tiefe Atemzüge: langsam durch die Nase ein, spür wie sich der Bauch hebt, langsam durch den Mund aus. Nur diese drei. Mehr braucht es nicht, um kurz aus dem Automatikmodus auszusteigen.
Die Sedona-Methode
Diese Methode habe ich jahrelang fast täglich benutzt. Sie geht auf Lester Levenson zurück und wurde später von Hale Dwoskin weitergegeben. Sie ist erstaunlich schlicht: keine Analyse, kein Verstehen, kein Grübeln über das Warum. Nur ein paar Fragen.
So geht sie. Nimm dir etwas vor, das dich gerade beschäftigt – ein Ärger, eine Sorge, eine Enge in der Brust. Dann frag dich der Reihe nach:
- Kann ich dieses Gefühl gerade zulassen? Nicht wegmachen, nicht bewerten. Nur da sein lassen.
- Könnte ich es loslassen? Ein schlichtes Ja oder Nein reicht.
- Würde ich es loslassen? Auch hier: Ja oder Nein.
- Wann? Die ehrliche Antwort darf auch „später“ sein.
Dann schaust du nach, was übrig ist, und fängst von vorne an. Oft braucht es mehrere Runden. Und oft ist die interessanteste Antwort ein Nein – weil dahinter sichtbar wird, wie sehr wir an manchem festhalten wollen.
Warum das funktioniert, deckt sich mit dem, was ich bei Detlef gelernt habe: was gefühlt werden darf, muss nicht festgehalten werden. Die Fragen zwingen nichts – sie machen nur die Wahl sichtbar.
Und im Alltag?
Vier weitere Ansätze für den ganz normalen Tag – Akzeptanz, Bewegung, digitale Auszeiten – habe ich auf einer eigenen Seite gesammelt: Gelassenheit im Alltag.
Lieber gemeinsam als allein? Donnerstags um 20:00 Uhr meditieren wir gemeinsam online, und im Chiemgau kommt immer eine kleine Runde vor Ort zusammen. Schreib mir einfach, wenn du dabei sein möchtest.